Der Titel soll bereits ein Witz sein, und sogleich sind wir auf eine deutsche Filmkomödie eingestimmt. Dieses Mal geht es um nichts Geringeres als Klassenkampf, natürlich auf humorvolle Art.
Clemens Klina (Schweighöfer himself) ist ein schnöseliger Bauunternehmer ohne Skrupel. Er muss nur noch einige Häuser im Kiez abreißen lassen, und schon kann mit dem Bau von Luxuswohnungen begonnen werden. Jedoch hat Clemens diese Rechnung ohne Rolf Horst (Milan Peschel) gemacht (Obacht: Auch dieser Name ist lustig. Das Amüsierpotenzial reicht zumindest für zwei schale Witze im Film). Rolf will die Abrissbirne um jeden Preis und mit vollem Körpereinsatz stoppen und kettet sich deshalb an den Kühlschrank. Als er jedoch von der Polizei, die wie selbstverständlich dem Kapitalisten zu Diensten steht, aus dem Haus getragen wird, sinnt er auf persönliche Rache.
Angeblich war Clemens einmal verheiratet, und es ist ihm sogar gelungen, zwei Kinder in die Welt zu setzen, für die er allerdings jetzt weder Zeit noch Interesse hat. Die Erziehung der beiden Gören wird also ausgelagert. Winnie und Theo haben jedoch einen erheblichen Verschleiß an Kindermädchen. Rolf wird nun zum Nanny für die Brut von Clemens.
Und jetzt kommt es, wie es kommen muss. Rolf reagiert nicht so hysterisch wie die Nannys vor ihm und wird allmählich zu einer Art Vaterfigur. (Offenbar brauchen die Kinder eher eine Vaterfigur als einen Mutterersatz.) Sie verbünden sich mit Rolf, um den Kiez zu retten. Clemens bleibt am Ende nichts anderes übrig, als alles richtig zu machen und den Kiez zu retten.
Eine nette Erzählung, gewiss. Es gibt aber Punktabzug für eine allzu klischeehafte Darstellung. Die Bewohner des Kiezes sind eigentlich nur gutmütige Trottel, allerdings mit dem Herz am rechten Fleck. Sie haben einen plumpen Charme, halten aber, wenn es darauf ankommt, auch zusammen. In ihrer malerischen Armut sind sie Prolls, mit denen wir sympathisieren sollen.
Ganz anders die Welt der Reichen: keimfreie Büros, glatte Oberflächen und eine Architektur, die so langweilig ist wie sie selbst. Die Reichen sind so, wie Klein Fritzchen sie sich vorstellt: seelenlos und aalglatt.
Mit den Klischees könnte man ja noch etwas Lustiges machen, aber leider mussten die Verfasser auch einige Witzchen über körperliche Fehlfunktionen einbauen. Am ersten Arbeitstag will Rolf seinen Arbeitgeber unter Drogen setzen. Anstatt einiger Tropfen schüttet er jedoch das ganze Fläschchen in den Morgenkaffee seines neuen Chefs. Dieser wird dann völlig überdreht und schließlich notgeil. Das Projekt ist noch nicht vollständig finanziert, aber nach intensivem viralen Einsatz bekommt er doch noch die Unterschrift der bislang zögernden Investorin. Andererseits bereiten die lieben Kinder ihrem (!) neuen Nanny einen extrascharfen Smoothie. Rolf findet nach manchem Körpergeräusch dann doch noch eine Toilette. Ist das lustig? Vielleicht in einer deutschen Filmkomödie. Aber sonst?
Deshalb gibt es von mir nur 6/10.




